von Hubert Weinzierl, Präsident des DNR
Der Klimawandel ist eine der größten globalen Umweltbedrohungen. Er wird vor allem durch Kohlendioxid und andere Treibhausgase hervorgerufen, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen. Der überwiegende Teil des Primärenergieverbrauchs entfällt auf Erdöl und Erdgas, deren Vorkommen in den nächsten Jahrzehnten zur Neige geht. Gleichzeitig steigt weltweit der Bedarf an Energie.
Vor diesem Hintergrund ist eine echte Energiewende, also der Umbau unseres Energiesystems hin zur Nachhaltigkeit, von essentieller Bedeutung. Deren wichtigste Elemente sind die Energieeinsparung und die effiziente Nutzung von Energie. Denn es wäre nicht zu verantworten, die Verschwendung fortzusetzen – auch nicht mit Hilfe neuer Technologien. Darüber hinaus ist der Ausbau der erneuerbaren Energien als Mix aus Wind- und Wasserkraft, Solarenergie, Biomasse und Erdwärme eine zukunftsfähige Alternative.
Die Windenergie hat derzeit die bedeutendsten Potentiale, um klimafreundlichen Ökostrom zu erzeugen. Zu berücksichtigen sind allerdings die Interessen von Natur und Landschaft. Bei der Nutzung des Windes als „Treibstoff“ werden jedoch keine Ressourcen und nur minimale Flächen verbraucht sowie keine Abfall- oder Reststoffe produziert. Die für den Bau der Windkraftanlagen aufgewendete Energie hat sich in kurzer Zeit amortisiert und der spätere Rückbau der Anlagen ist bereits Teil der Baugenehmigung und Finanzierung. Im Gegensatz zur Atomenergie werden hier auch keine „nicht rückholbaren Entscheidungen“ getroffen.
Ende 2011 drehten sich rund 22.000 Windräder in Deutschland mit einer Gesamtleistung von etwa 28.000 Megawatt. In einem durchschnittlichen Windjahr kann damit Strom in einer Größenordnung von über 8 Prozent des deutschen Nettostromverbrauchs eingespeist werden. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg deckt Windstrom bereits um 45 Prozent des Strombedarfs, in Sachsen-Anhalt über 50 Prozent!
Skeptikern der Windkraft wollen wir mit unserer neuen Informationskampagne weiterhelfen. Denn nur wenn man die Auswirkungen von Windenergieanlagen kennt, kann man sie so platzieren, dass keine oder nur geringe Nachteile für Mensch, Umwelt und Natur auftreten. An der Küste sagt man: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung!“ So ähnlich ist es auch hier. Es gibt keine schlechten Windräder, es gibt nur unpassende Standorte.
Hubert Weinzierl, Präsident des Deutchen Naturschutzrings









