Windkraft im Wald

Einwand:

“Der Wald ist viel zu wertvoll, um dort Windenergie zu nutzen.”

Antwort:

“Der Wald ist etwas ganz Besonderes. Aber wie in anderen Kulturlandschaften gibt es auch im Wald mehr oder weniger wertvolle und empfindliche Bereiche.”

Um die Ausbauziele der erneuerbaren Energien mit möglichst wenigen Anlagen und wenig störenden Umweltwirkungen zu erreichen, kommen wir um die Nutzung von Wäldern für die Windkraft nicht umhin.

Das Ökosystem Wald unterscheidet sich deutlich von den Ökosystemen des Offenlandes. Das Waldklima ist ausgeglichen und geschlossene Stoffkreisläufe überwiegen. Die Tiere des Waldes nutzen diese Besonderheiten und verlassen den schützenden Baumbereich nur selten. Doch handelt es sich auch hier um eine seit Jahrtausenden genutzte und geprägte Kulturlandschaft. Sie ist auf die Standorte zurückgedrängt, die für die Landwirtschaft nicht geeignet sind. Verändert ist ebenso die Zusammensetzung der Baumarten und die Bäume selbst werden forstwirtschaftlich genutzt, lange bevor sie durch Faulstellen, Astbrüche, Höhlen oder stehendes Totholz ihre besondere ökologische Bedeutung erlangen. Wälder gibt es jedoch vielfach gerade dort, wo der Wind weht. Und sie sind in der Regel weiter von Wohnsiedlungen entfernt als Bereiche der offenen Landschaft. Aus Wäldern heraus sind Windräder kaum wahrzunehmen. Intensiv genutzte Forste sind meist gut mit belastbaren Wegen erschlossen. Viele der Tiere, die im Offenland im Konflikt mit der Windenergienutzung stehen, kommen in Wäldern gar nicht vor. Die Tiere des Waldes nutzen entweder sehr große Räume, so dass sie den Windenergieanlagen ausweichen können, oder sie leben kleinräumig in solchen Bereichen, die von den Rotoren über dem Wald kaum berührt werden.

FAZIT: Bei sorgfältiger Prüfung der Umweltwirkungen können auch im Wald genügend Standorte gefunden werden, welche keine oder hinnehmbare Beeinträchtigungen der Tierwelt und des Naturhaushaltes verursachen. Natürliche oder naturnahe Wälder oder solche, die ein harmonisches Landschaftsbild prägen, müssen freigehalten werden.

Portrait Fried von BernstorffFRIED GRAF VON BERNSTORFF

“Klimawandel gefährdet Waldbau”

Seit 35 Jahren streiten die Bernstorffs gegen das geplante atomare Endlager Gorleben – vererbter Widerstandsgeist sozusagen.

Heute führt Fried von Bernstorff nicht nur diese familiäre Tradition fort, sondern auch die der naturnahen Forstwirtschaft – auf einer Fläche von 5.700 Hektar. Er sieht den seit Jahrhunderten gepflegten Waldbau nicht allein von strahlendem Müll bedroht. „Der Klimawandel gefährdet unsere Wälder wie nie zuvor“, warnt der studierte Betriebswirt und empfiehlt den Einsatz erneuerbarer Energien. Eine Windenergienutzung in Übereinstimmung mit forstwirtschaftlichen Zielen hält er vor allem dort für möglich, wo industrielle Nutzungen den Raum schon vorprägen.

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